29. Juni 2010

Wann crasht der Euro?
Sichere Geldanlagen in Krisenzeiten

Wird der Euro dieses Jahr noch überleben? Und welche Geldanlageformen schützen vor einem Totalverlust?

Von A. Schäfer

“Anatomie eines Beinahe-Crashs”

So titelte der Spiegel am 18.06. 2010 und gemeint sind die Vorgänge um die Griechenland-Krise und den 750-Milliarden-Euro-Rettungsfonds, der ähnliche Situationen in Zukunft auffangen soll.
( >>
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,701444,00.html )

Gerüchten zufolge waren am 7. Mai 2010 europäische Staatsanleihen
(ausser den deutschen) in Höhe von 1000 Milliarden auf dem Markt,
die niemand mehr kaufen wollte - faktisch waren diese Staaten eigentlich bankrott. Erst durch das 750-Milliarden-Rettungspaket haben Sakrozy und Berlusconi dies verhindert, wobei die eigentliche Kern-Aussage dieses Pakets ja die ist, dass Deutschland nicht aus dem Euro aussteigen wird und so am Ende für die Schulden der anderen Staaten mithaftet.
Aus dieser Situation ergeben sich nun verschiedene, logische Konsequenzen und Fragen, die ja zur Zeit auch alle im Hintergrund diskutiert werden:  

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Euro

 

 

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Spanien (Italien, Frankreich)

2. Gefahren-Szenario 1: Inflation.

Zunächst: Wie realistisch ist es, anzunehmen, dass die EU (bzw Deutschland) auch ein Land wie Spanien retten könnte?
(Jetzt einmal abgesehen von den politischen Problemen, die ein solches weiteres Rettungsprogramm für Deutschland mit sich bringen dürfte, bzw. den juristischen Implikationen, die sich aus dem Vertrag von Maastricht ergeben...)
In Spanien leiden im Moment vor allem die Sparkassen, diese sind durch die Kreditausfälle infolge der spanischen Immobilienkrise mittlerweile schon faktisch vom Interbanken - und Bondmarkt ausgeschloßen.
Und was ist, wenn Italien oder sogar Frankreich noch dazu kommen?
Es gibt in dieser Situation nur eine begrenzte Anzahl an realistischen Szenarien,
die wir hier in aller Kürze vorstellen wollen:

Wem nutzt denn schon die Inflation?
(So neulich eine Frage in einem Wirtschaftsforum)

Nehmen wir einmal ganz kurz an, Griechenland hätte noch die Drachme und wäre also in der Situation, sich kein neues Geld mehr leihen zu können. 
Und wäre also zum Beispiel gezwungen, den Beamten-Pensionären zu sagen:
Hört mal zu, wir haben nun kein Geld mehr, und im Interesse des Staates müssen wir eure Pensionen nun um die Hälfte kürzen.
Schätzungsweise dürften die anschließenden Proteste die bisherigen bei weitem in den Schatten stellen...
Würde der griechische Staat aber (ohne groß darüber zu reden, natürlich) kurzerhand doppelt soviele Drachmen-Scheine in Umlauf bringen,
um so die Gehälter, Pensionen usw bezahlen zu können,
(DAS (falsche) Krisen-Zitat: “Ein Staat kann nicht pleite gehen”)
- die Pensionäre würden auf Ihre monatliche Überweisung schauen,
und sich dann zufrieden zurücklehnen.
Was dort aber steht, ist natürlich dennoch nur noch die Hälfte wert.
So.
Nun hat Griechenland aber bekanntermassen den Euro. 
Wem eine Inflation also nützen würde, das denken Sie sich doch bitte selbst zuende... - oder googlen Sie einfach mal “EZB”. (Oder “Helikopter-Ben”)
 

3. Gefahren-Szenario 2: “Graceful Exit”

Der geregelte Ausstieg Deutschlands und/oder weiterer Euro-Länder wäre die nächste Alternative, - dies würde in Deutschland unter Umständen wieder zur Einführung der D-Mark führen, und Gerüchten in französischen Medien zufolge soll Frau Merkel Sarkozy neulich damit schon gedroht haben, wobei sich die Frage stellen dürfte, zu welchem Kurs und bis zu welchem Betrag der Umtausch dann von statten gehen würde, denn natürlich ist auch Deutschland überschuldet.
Die Versuchung, durch den Umtauschkurs auch kurzerhand die Schulden zu kürzen, dürfte also groß sein... 

4. Gefahren-Szenario 3: “Euro-Crash”

Damit ist das ungeordnete/chaotische Auseinanderbrechen der Euro-Zone mit massiven finanz-wirtschaftlichen Begleiterscheinungen gemeint.
Hier ist anzumerken, dass das Finanzwesen eh schon angeschlagen ist,
die Bail-Out-Mittel sind alle schon vergeben, die nächste größere Krise wird ohne Netz und doppelten Boden stattfinden.
Und es sind europäische Banken, die im Falle von Staatsbankrotten in der Südschiene milliardenschwere Abschreibungen verkraften müssten...

Der Run auf ‘sichere’ Geldanlageformen

Natürlich ist schon die öffentliche Beschreibung dieser Entwicklungen eine weitere Drehung der Eskalationsschraube, -nehmen wir nur einmal an, Frau Merkel hätte öffentlich auch nur andeutungsweise einen möglichen Ausstieg Deutschlands aus der Euro-Zone angedeutet, welche psychologische Wirkung dies wohl auf die ohnehin angespannten Märkte gehabt hätte. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Mainstream-Medien froh sind, über sportliche Erfolge berichten zu können. Trotzdem sickern auch hier die gefährlichen Themen mittlerweile immer öfter durch... (“Gold”, “Immobilien”) Und so verwundert es nicht, dass es ungeachtet der Fussball-WM und der Jubelstimmung im Land im Hintergrund momentan einen Run auf sichere Geldanlageformen zu geben scheint.
 

Wir machen das mit den Fähnchen...

Bei unseren Recherchen im Internet sind wir auf die folgende Zahl gestossen:
Anscheinend sollen an dem Wochenende der Griechenland-Krise über eine Milliarde Euro bei Online-Goldhändlern in Gold umgetauscht worden sein, ob diese Zahl so stimmt, ist für uns nicht überprüfbar, aber das Thema ist ohne Zweifel akut.
(Dafür spricht auch der Versuch verschiedener Mainstream-Medien-Formate
den Goldkauf als “schlechte Investition” bei unseriösen und überteuerten Händlern abzutun bzw das ‘Platzen einer Goldblase’ an die Wand zu malen.
Fakt ist, dass der Goldpreis trotz offensichtlicher Manipulationen seit Beginn der Krise ansteigt.
Desweiteren ist zur Zeit eine stark erhöhte Nachfrage nach Miet-Immobilien in Großstädten zu verzeichnen, offensichtlich sind gerade nicht nur Verschwörungstheoretiker und Spinner damit beschäftigt, ihr erspartes Geldvermögen in (vermeintlich) sichere Sachwerte umzutauschen...
Dazu auch: WIWO:
Interview mit Marc Faber
(“Ich traue überhaupt keiner Papierwährung”)

1. Das Positiv-Szenario:
Stärkung der EU durch die Krise, Etablierung einer europäische Wirtschaftsregierung, Euro-Zone bricht nicht auseinander.

Gegen diese Entwicklung sprechen aus unserer Sicht vorallem die Konstruktionsfehler des Euro (der ja zunächst vorallem eine politisch gewollte Gemeinschaftswährung war (Siehe Links am Ende des Artikels)).
Wir geben aber freimütig zu, hier keine wissenschaftliche Analyse abgeben zu können und zu wollen - wir sind auch nur auf die frei zugänglichen Zahlen, Fakten und Information aus dem Internet angewiesen, um uns daraus ein übergeordnetes Gesamtbild von den weltweiten krisenhaften Entwicklungen zu machen. Aber wir greifen im Zusammenhang mit der Krise auch auf die unterschiedlichsten Quellen zurück- unter anderem zum Beispiel auch gerne auf die seit Jahren recht zutreffenden, wissenschaftlich begründeten Krisen-Analysen des französischen Think-Tanks GEAB.
GEAB nun ist der Ansicht, dass Europa sehr viel eher in der Lage sein wird, die Krise zu überstehen und gestärkt aus ihr hervorzugehen, als z. Bsp. die USA oder Großbritannien.
(>>
leap2020-Die drei Grundtendezen, die die Krise verschärfen werden)
Ob diese Informationen jedoch ‘französisch’ geschönt sind, wie starkzum Bsp. die französischen Banken in die Entwicklungen in Südeuropa involviert sind, usw vermögen wir nicht zu beurteilen, wir möchten hier nur auf diese Quelle hinweisen und die Sichtweise und deren Begründung anführen, zumal die aktuellen Informationen eher auf eine weitere Verschärfung der Krise hinweisen (Griechenlandanleihen sind wieder so teuer wie vor dem Rettungspaket, die Börsenkurse fallen, vom G8-Gipfel gehen keine neuen Signale (in Richtung ernster Krisenbewältigung, Schaffung einer neuen Weltleitwährung usw) aus, weswegen wir uns nun auch mit den Negativ-Szenarien beschäftigen wollen:  

Das Ersparte in Sicherheit bringen - Sachwerte

Wir dürfen Ihnen versichern, dass auch wir nach der Analyse dieser Situation
uns strategische Gedanken über eine Absicherung in Krisenzeiten machen, zumal Kunst plötzlich als Anlageform (“Sachwert”) interessant wird.
(Selbstverständlich lässt sich Kunst in sicheren Boom-Zeiten angenehmer verkaufen, da sich die Kunden aus ästhetischen Gründen für die Kunst, für das jeweilige originale Gemälde interessieren,
und die Wertsteigerung dem Interesse an der Kunst, dem funktionalen Wert in der Regel untergeordnet ist. Insofern werden wir mit dieser veränderten Nachfrage konfrontiert, und sind so gezwungen, uns damit auseinanderzusetzen.

Natürlich haben auch wir uns mittlerweile mit Gold und vor allem mit Silbermünzen eingedeckt, aber die Geschichte zeigt, dass Staaten, denen die Kontrolle über die Papierwährung entgleitet, der schon jetzt stattfindenden öffentlich-rechtlichen Diskriminierung der Investition in Gold manchmal konkrete Taten folgen lassen, sobald die Situation ernst wird. Stichwort: Goldverbot.

Desweiteren sei in Bezug auf den Immobilienmarkt angemerkt, dass wir ja nun schon mehrere Immobilienblasen haben platzen sehen (Berlin nach der Wende, USA, Spanien, bald China?)

Der Kunstmarkt

wird wie jeder andere Markt von Angebot und Nachfrage bestimmt. Das bedeutet, dass der Wert der hier gezeigten Kunstwerke (von denen aus den verschiedensten Gründen nur ein kleiner Teil käuflich zu erwerben ist) mit jedem Besucher und mit jeder Ausstellung automatisch ansteigen wird. - Und wir haben im Grunde als neue Spieler im Markt mit dem richtigen Marketing noch gar nicht begonnen.
Das bedeutet zum Beispiel, dass es für uns absolut keinen Sinn macht, die verfügbaren zeitgenössischen Gemälde und Kunstwerke schnell und preiswert
anzubieten und unter die Leute zu bringen - sprich sie gegen Euro-Scheine einzutauschen... da die Preise im Laufe der nächsten Jahre unwillkürlich ansteigen werden.
Zudem ist ein Kunsthandelsgeschäft ja mehr als nur eine Investition und eine Geldanlage.

 

Kunst als Geldanlage

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