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Zukunftsprognosen 2010-2011

Krise vorbei? 
Oder stehen wir doch eher vor einer weltweiten, großen Rezession/Depression? Droht uns gar ein Wirtschafts-und Finanzcrash mit gewaltigen politischen, finanziellen und wirtschaftlichen Umbrüchen?

12.07.2010

Ich denke, man muss in dieser Krise einfach einmal verschiedene Ebenen unterscheiden:

Sie, die Krise, hat ohne Zweifel eine öffentliche Oberfläche, - damit meine ich die öffentliche Darstellung oder auch das Weglassung der verschiedenen Krisensymtome des weiteren kann man eine gewisse psychologische Ebene konstatieren, 
- nach zwei Jahren kann man schon das Wort “Krise” einfach nicht mehr hören.
Und dann gibt es da noch die Ebene der eigentlichen, tatsächlichen Krisen-Realität.

Diese Ebene, die Ebene der tatsächlichen Krisenentwicklungen, ist es, die uns hier interessiert und offenkundig orientiert sich diese Realität leider weder an der öffentlichen Meinung, noch an der Schönfärberei bestimmter Interessengruppen, noch an den Meinungsäusserungen und Überzeugungen der Wissenschaftler, Volkswirte, Politiker und Wirtschaftsweisen.
(Auch wenn man das wohl im IFO-Institut in München nicht gerne hören wird)

Uns kann dieser Umstand im Grunde gleichgültig sein, denn natürlich geht es in der Kunst zunächst einmal nicht darum, “clevere Anlageprodukte”, was weiss ich,
“Kunst-Verbriefungen” oder “Kultur-Derivate” zu erfinden und an den Mann zu bringen...

Will sagen: Kunst verkauft sich auch in Boom-Zeiten.
(Und das ist wohl der Unterschied zum Goldhandel)

Weswegen uns bei unserer Analyse der Wirtschafts - und Finanzkrise, (anders als vielleicht so manchem Online-Goldhändler), weder an einer negativen Zuspitzung noch an einer bewussten und dramatischen Übersteigerung der Ereignisse gelegen ist.
Es scheint doch wohl eher so zu sein, dass in der zu konstatierenden Vertrauenskrise des Finanzsystemes und der mittlerweile doch auch bemerkbaren Krise des politischen Systems (Rücktritte, massive öffentliche Kritik, Koalitionsgezänk)
der Kultur vielleicht eine neue Rolle zukommt.

Trotz Sommerloch, der WM-Gute-Laune, den Fähnchen und den hochgejubelten
Auto-Exporten (als Folge der Euro-Schwäche) ist es vielleicht dennoch an der Zeit, sich auf die Suche nach realen Indikatoren zum tatsächlichen Stand der weltweiten, krisenhaften Entwicklungen zu machen, um an dieser Stelle einigermassen seriöse Zukunftsprognosen abgeben zu können, die ja auch für unsere
kultur-strategischen Planungen von Bedeutung sind.

So waren für uns zum Beispiel schon immer gewisse Rahmendaten wichtiger,
als die jeweilige Berichterstattung in den Mainstream-Medien und hier ist ohne Zweifel der sogenannte Baltic-Dry-Index hervorzuheben.

Dieser Index für weltweite Schiff-Frachts-Kosten (Wikipedia -“Baltic-Dry-Index”)
fiel alleine im letzten Monat um 46%, insgesamt ist er die letzten 28 Handelstage hintereinander stetig gefallen. 
 
Da ca 90% des Welthandels, fast 95% des Außenhandels der EU und
annähernd 70% des deutschen Im - und Exports über den Seeweg abgewickelt werden, muss man diesen Index als einen ernstzunehmenden Frühindikator für die zukünftige Entwicklung betrachten.

Bei der Ursachenforschung nun muss man der Analyse des letzten Bulletins des
französischen Instituts “LEAP” eine gewisse Berechtigung einräumen, LEAP
beschreibt vier “Single Points of Failure” als Gefahren des internationalen Finanz-und Wirtschaftssystems:
1. Die Verschuldungssituation der westlichen Staaten
2. Die europäischen Sparprogramme
3. Die Inflation in China
4. Die schrumpfende US-Wirtschaft

Jeder einzelne dieser Punkte, so LEAP, dürfte im zweiten Halbjahr 2010
eine Krise in einer bestimmten Region, einem bestimmten Wirtschaftssektor oder gar weltweit auslösen.

Der Baltic-Dry-Index

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