Wir leben vordergründig ja doch in einem ‘freien Land’.
Und insbesondere auch nach dem Fall der deutschen Mauer scheint sich
‘die ‘Freiheit’ - und so auch der immaterielle Gehalt, den wir diffuser weise mit diesem Begriff verbinden, auf einem weltweiten Siegeszug zu befinden.
Zumindest könnte man auch gerade die Emanzipationsbewegungen im arabischen Raum so interpretieren.
Im Jahre 1793 (während einer ähnlichen Phase des Umbruchs)
schrieben die Pariser noch die folgende Worte an die Häuserwände:
„Einheit, Unteilbarkeit der Republik; Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
oder der Tod“, (Unité, Indivisibilité de la République, Liberté, Égalité, Fraternité ou la mort)
Übrig geblieben aus dieser Zeit des Umsturzes der Verhältnisse in Europa, nicht zuletzt als Folge der geistigen Bewegung der Aufklärung, ist uns, zum Beispiel auch auf offiziellen Briefmarken und Münzen, die allbekannte und knappere Formel: ‘Liberté, Égalité, Fraternité’, - und schon damals stand der Begriff ‘Freiheit’ interessanterweise an der vordersten Stelle...
21. 03.2011
Als die Revolutionäre der französischen Revolution also das Wort ‘Freiheit’ an die Häuserwände in Paris schrieben, taten sie dies natürlich, um dem absolutistischen Gesellschaftssystem etwas, - einen Wert, entgegenzustellen.
Aber nicht zuletzt der Philosoph Friedrich Nietzsche beleuchtet durch seinen psychologisierenden Aphorismus treffend die Problematik, die mit realen Einlösung der Forderung entsteht.
Denn:
Nach der konkreten Abschaffung der Unfreiheit, also jenseits der Knechtschaft, der Zwänge,
der nicht zuletzt gerade auch ‘geistigen Einengungen’ verändert sich dieser Begriff plötzlich,
- hin zu einem Feld der ‘reinen Möglichkeiten’.
Jenseits des Gefängnisses und in die Freiheit entlassen, erlebt der Freigelassene den Horizont
als den Moment der grössten Freiheit. Und zwar, - dito, als eine ‘Freiheit der Möglichkeiten’.
Doch gerade diese Veränderung ist doch wiederum immer nur eine momentane, eine vorübergehende,
insofern als wir die reinen Möglichkeiten ( - uns zum Beispiel im übertragenen Sinne in einer Landschaft in jede Richtung bewegen zu können) zwar als Freiheit erleben, diese Freiheit der Möglichkeiten jedoch augenblicklich und sofort wieder verschwindet, sobald wir uns entschieden haben und uns auf den Weg in die eine oder andere Richtung machen.
Und dies gilt selbstredend nicht nur für die Zielsetzungen einer Wanderung, einer Reise durch den Raum oder durch eine Landschaft, sondern schlussendlich für jeden Entscheidungsbereich des Lebens eines jeden einzelnen Menschen.
Exemplarisch und in seiner reinsten Form geschieht dieser Prozess vielleicht auch gerade vor der weissen leeren Leinwand des Malers - die Möglichkeiten vor dem ersten Pinselstrich sind unendlich.
(Unendlich durchaus in einem mathematisch - physikalischen Sinne (Notiz: Text ‘Die Mathematik der Malerei”)
(Ich habe in der Tat einmal einen Physiker gebeten, mir doch bitte mal eine Formel für alle Möglichkeiten,
als Künstler eine weiße, leere Leinwand zu bearbeiten, in die Hand zu geben bzw. aufzuschreiben,
nachdem der gute Mann schließlich in die Quantenebene abtrifftete, musste er einräumen,
dass ihm dies nicht möglich sei...)
Die Möglichkeiten vor der weißen, leeren Leinwand sind also quasi-unendlich, erst der Geist des Künstlers grenzt diese unendliche Freiheit mit jedem einzelnen Pinselstrich ein, bis zuletzt und mit der Vollendung des Gemäldes dieser Wert der potentiellen Möglichkeiten mit der Null endet - das jeweilige Werk hat sich manifestiert. Mit dieser Schilderung des Entscheidungs - Vorgangs des schöpferischen Schaffens,
des ‘Heraus - Holens’ einer einzigen Möglichkeit aus dem Meer der Unendlichkeit
möchte ich also einen Sprung machen, mitten hinein in diese innere, geistige Welt der reinen Möglichkeiten, in die Welt der menschlichen Sinngebung, - der künstlerischen Kreativität.

Sunflowers I Screensaver I Poster I Slideshow I Shop
eq, “Sunflowers 05”,
Öl über Dispersion auf Leinwand, 2009
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Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
Universität der Künste Berlin (Fachbereich ‘Freie Kunst’)
Van Gogh, Sonnenblumen
Büro für seltsame Malerei - Freie Kunst
Als die Revolutionäre der französischen Revolution also das Wort ‘Freiheit’ an die Häuserwände in Paris schrieben, taten sie dies, um dem absolutistischen Gesellschaftssystem etwas, - also einen Wert, entgegenzustellen.
Aber nicht zuletzt der Philosoph Friedrich Nietzsche beleuchtet durch seinen psychologisierenden Aphorismus treffend die Problematik, die mit realen Einlösung der Forderung entsteht.
Denn:
Nach der konkreten Abschaffung der Unfreiheit, also jenseits der Knechtschaft, der Zwänge,
der nicht zuletzt gerade auch ‘geistigen Einengungen’ verändert sich dieser Begriff plötzlich,
- hin zu einem Feld der ‘reinen Möglichkeiten’.
Jenseits des Gefängnisses und in die Freiheit entlassen, erlebt der Freigelassene den Horizont
als den Moment der grössten Freiheit. Und zwar, - dito, als eine ‘Freiheit der Möglichkeiten’.
Doch gerade diese Veränderung ist doch wiederum immer nur eine momentane, eine vorübergehende,
insofern als wir die reinen Möglichkeiten ( - uns zum Beispiel im übertragenen Sinne in einer Landschaft in jede Richtung bewegen zu können) zwar als Freiheit erleben, diese Freiheit der Möglichkeiten jedoch augenblicklich und sofort wieder verschwindet, sobald wir uns entschieden haben und uns auf den Weg in die eine oder andere Richtung machen.
Und dies gilt selbstredend nicht nur für die Zielsetzungen einer Wanderung, einer Reise durch den Raum oder durch eine Landschaft, sondern schlussendlich für jeden Entscheidungsbereich des Lebens eines jeden einzelnen Menschen.
Exemplarisch und in seiner reinsten Form geschieht dieser Prozess vielleicht auch gerade vor der weissen leeren Leinwand des Malers - die Möglichkeiten vor dem ersten Pinselstrich sind unendlich.
(Unendlich durchaus in einem mathematisch - physikalischen Sinne (Notiz: Text ‘Die Mathematik der Malerei”)
(Ich habe in der Tat einmal einen Physiker gebeten, mir doch bitte mal eine Formel für alle Möglichkeiten,
als Künstler eine weiße, leere Leinwand zu bearbeiten, in die Hand zu geben bzw. aufzuschreiben,
nachdem der gute Mann schließlich in die Quantenebene abtrifftete, musste er einräumen,
dass ihm dies nicht möglich sei...)
Die Möglichkeiten vor der weißen, leeren Leinwand sind also quasi-unendlich, erst der Geist des Künstlers grenzt diese unendliche Freiheit mit jedem einzelnen Pinselstrich ein, bis zuletzt und mit der Vollendung des Gemäldes dieser Wert der potentiellen Möglichkeiten mit der Null endet - das jeweilige Werk hat sich manifestiert. Mit dieser Schilderung des Entscheidungs - Vorgangs des schöpferischen Schaffens,
des ‘Heraus - Holens’ einer einzigen Möglichkeit aus dem Meer der Unendlichkeit
möchte ich also einen Sprung machen, mitten hinein in diese innere, geistige Welt der reinen Möglichkeiten, in die Welt der menschlichen Sinngebung, - der künstlerischen Kreativität.


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